Logo Obersee-Praxis, Kleintierpraxis

Nachricht

Lungenwurm beim Hund (Angiostrongylus vasorum)

 

Der in Europa und der Schweiz weit verbreitete (Herz- und) Lungenwurm (Angiostrongylus vasorum) ist nicht zu verwechseln mit dem nur südlich der Alpen vorkommenden Herzwurm (Dirofilarien, siehe auch Rubrik Reisekrankheiten). Der Wurm wird 25 mm lang und kann in Massen die Lungenarterien und das recht Herzen befallen. Er kommt in der Natur bei den Füchsen vor, und wird über Schnecken übertragen, wenn sie von Hunden gefressen werden.

 

Nacktschnecken: Lungenwurmüberträger    Lungenwurmverbreitung

 

Leichter Befall verläuft in der Regel leider unbemerkt. Nur spezielle Nachweisverfahren im Kot des Hunden würde die ausgeschiedenen Larven nachweisen. Bei starkem Befall tritt nicht etwas Husten auf, wie man denken könnte, sondern die Hunde werden müde, essen schlechter und können plötzlich sterben (Herzversagen). Wanderlarven können im Körper des Hundes auch in anderen Organen schäden verursachen. Die erwachsenen Würmer selber erscheinen nicht im Kot und können daher nicht gesehen werden! Die Larven im Kot der Füchse und Hunde sind nur unter dem Mikroskop sichtbar:

 

Lungenwurmlarven im Kot

 

Um den Lungenwurm mit der Wurmkur zu "erwischen", braucht es ein geeignetes Behandlungsschema mit den geeigneten Wurmmitteln. Zur Zeit steht nur ein Wurmmittel in Tablettenform zur Verfügung, das mindestens zweimal im Abstand von zwei Wochen verabreicht werden muss. Bei im Kot nachgewiesenem Befall, sollte das Mittel sogar 4 mal im Abstand von einer Woche verabreicht werden. Möchte man eine 100% Prophylaxe betreiben, so sollte man das Mittel vorbeugend monatlich einsetzen. Alternativ dazu gibt es ein Spot-on (Tropfen auf den Nacken) Präparat, das auch monatlich eingesetzt werden kann.

 

 

Hat man aufgrund von Leistungsschwäche des Hundes Bedenken, dass der Hund von Lungenwurm befallen sein könnte, oder hat man lange keine Entwurmung mehr gemacht, empfiehlt sich eine Kotprobe des Hundes zu untersuchen, um negative Ueberraschungen wie plötzliche Todesfälle (die Leider in der Schweiz durchaus ab und zu gemeldet werden) zu vermeiden. Neuerdings kann der Lungenwurmbefall auch zuverlässig über einen Bluttest nachgewiesen werden. Der mit Lungenwurm befallene Hund, stellt jedoch für den Menschen keine Gefahr dar.